„Warnleuchte sollte alternativ zum Warndreieck genutzt werden können“
Landesverkehrswacht NRW sieht einige Vorteile bei Warnleuchte
Wer mit dem Auto Urlaub in Spanien macht, sollte sie kennen: die Warnleuchten, die im Falle eines Unfalls auf dem Fahrzeugdach platziert werden. Seit diesem Jahr sind sie in dem beliebten Urlaubsland Pflicht, das Warndreieck hat dort ausgedient. In Deutschland hingegen ist weiterhin das Warndreieck vorgeschrieben. Die Warnleuchte darf derzeit lediglich ergänzend genutzt werden. „Der Vorteil der Warnleuchte ist, dass sie im Falle eines Unfalls schnell aus dem Handschuhfach genommen und auf das Dach des Fahrzeugs gestellt werden kann. Das bedeutet einen deutlichen Sicherheitsgewinn“, sagt Jörg Weinrich, Geschäftsführer der Landesverkehrswacht NRW. Anschließend könne die Gefahrenstelle zügig und sicher verlassen werden. „In Deutschland muss das Warndreieck in einem vorgeschriebenen Abstand aufgestellt werden. Dabei kann es zu gefährlichen Situationen kommen – etwa wenn man das Warndreieck aus dem Kofferraum holt und währenddessen mit dem Rücken ungeschützt zum fließenden Verkehr steht“, so Weinrich.
Aus diesem Grund stellt die Landesverkehrswacht NRW die Forderung, die Warnleuchte künftig alternativ zum Warndreieck nutzen zu dürfen. Neben der einfacheren und sichereren Handhabung sprechen aus Sicht der Landesverkehrswacht weitere Argumente für den Einsatz der Warnleuchte. „Vor allem bei Dunkelheit ist sie besonders gut sichtbar“, erklärt Weinrich. Zwar könne ein Warndreieck beispielsweise im Fall von Kuppe oder Kurve Vorteile mit Blick auf die Sicht der anderen Autofahrer haben. Studien hätten jedoch gezeigt, dass die Warnleuchte hinsichtlich ihrer Warnwirkung mindestens gleichwertig zum Warndreieck sei.
Für die Zukunft wäre es nach Ansicht der Landesverkehrswacht wünschenswert, wenn auch in Deutschland Warnleuchten mit zusätzlichen digitalen Funktionen zum Einsatz kämen – wie sie in Spanien bereits verwendet werden. „Beim Einschalten der Warnleuchte wird dort automatisch der Standort übermittelt. Das erleichtert Rettungs- und Einsatzkräften das Auffinden der Gefahrenstelle und ermöglicht es zugleich, andere Verkehrsteilnehmer etwa per App frühzeitig vor der Gefahr zu warnen“, so Weinrich.
Langfristig könnten mit einer auf europäischer Ebene weiterentwickelten Warnleuchte weitere Aspekte der Verkehrssicherheit berücksichtigt und die Vernetzung im Straßenverkehr weiter verbessert werden.